Archiv für April 2007

Ein spezieller Tag

Sonntag, 29. April 2007

Samstagmorgen, der Flugwetterbericht ist von der Marke, da geht was. Ziel war der Chaseral. Ich sass bereits im Zug als mein Mobiltelefon klingelt. Bänz war am anderen Ende und meint:“ Hör mal, der Thermikwetterbericht hat 0 für den Chaseral, wir versuchen es dich lieber klassisch in Interlaken.“ Ok, ich raus aus dem Zug und 30min. später nach Interlaken.

Angekommen am Landeplatz Lehn warteten wir auf Urs und Raymond. Während dem Warten beobachtete ich einen Piloten der ca. 150m über den Bäumen dem Hang entlang flog. Alles ganz normal bis, ja bis ca. 50% des Schirms einklappten und der Pilot eine halbe Drehung machte und ich sehen konnte wie er hinter der Kante zwischen den Bäumen verschwand. Ein Flugkollege sah das Ganze ebenfalls. Ich telefonierte meinem ehemaligen Fluglehrer der mit seinen Schülern am selben Ort war. Seine Schüler haben ihm den Vorfall über Funk bereits gemeldet und Hilfe sei unterwegs.

Wir waren Mittlerweilen komplett organisierten uns zu einem Fahrdienst ins Amisbüehl hinauf. Auf dem Weg nach oben sahen wir den Rega Helikopter anfliegen. Oben angekommen waren viele Piloten anwesend, welche wegen dem Helikotereinsatz nicht starten konnten. Ich staunte ein wenig, wie gelassen alle dass ganze nahmen und ihre Vorbereitungen wie gewohnt durchführten. Klar war der Absturz Gesprächsthema und jeder hoffte, dass dem Piloten nichts passiert ist aber eigentlich ging es nur darum, dass der Helikopter möglichst bald wieder fort war, damit das Fliegen weiter gehen konnte. Auch ich bereitete mich auf meinen Flug wie gewohnt vor. Nach gut 75min. flog die Rega davon, mit dem Piloten an Bord direkt nach Bern in das Inselspital. Irgendwie Business as usual oder „That’s racing“.

Ich startete wie gewohnt und war wehr erfreut, als ich innert kürzester Zeit den Startplatz bereits überhöht hatte. Auf einmal schattete es ab und es ging nur noch nach unten. Ich flog genau dieselbe Route wie der Pechvogel und stellte schnell fest, dass mit dem in den letzten 2h aufgefrischten Talwind der Landeplatz nicht zu erreichen war. Also flog ich vom Hang und den Bäumen weg raus ins offene Tal. Unter mir sah ich einen zweiten Schirm, dem es genau gleich erging wie mir. Folget ihm und schaute ihm bei seiner Landung in einem gemähten Feld ohne Gülle zu. Ich wunderte mich, weshalb er mit eingeklappten Ohren landete. Ich war noch etwas höher, entschloss mich aber für dasselbe Feld. Ein Positionskreis um etwas Höhe abzubauen und schon wurde der Landeanflug auf das angestrebte Feld verdammt knapp. Ich sah mich schon in einem anderen Feld landen, welches schon sehr hohes Grass hatte. Meine Füsse streiften schon die Gräser und ich war in Landestellung als mich ein Aufwind erfasste und mich über die Strass in Richtung angestrebtes Feld hob. Leider wurde ich auch seitlich versetzt und dadurch ziemlich nahe an einem Haus. Ich kam mitten auf der Strasse (0 Verkehr da am A von W) zu Boden. Nur mit heftigem reissen an den Leinen konnte ich es dann noch verhindern, dass mein Schirm in das Haus Flog und sich irgendwo verheddert.

Der Fussmarsch zum Landeplatz dauerte ca. 20min. Dort angekommen erfuhr ich, dass es noch einige andere Piloten gab, die den Landeplatz nicht ereichten. Nach diesen Vorkommnissen entschloss ich mich, dass Fliegen für diesen Tag bleiben zu lassen. Irgendwie war ich nicht mehr so richtig in Stimmung und betätigte mich als Landeplatzbeschmutzer und gönnte mir ein Bier.

2h nach Interlaken und 2h wieder nach Basel und das ganze für 15min Fliegen. Irgendwie nicht ganz mein Tag. Der Aufsteller des Tages war aber eine Gruppe von 4 Piloten und Pilotinnen welche gleich am Landeplatz gegrillt haben. Sie hatten einige Kartoffeln und Fleischspiesse zuviel und anstatt diese fort zu werfen, haben sie diese schön auf einem Teller präsentiert und den noch Anwesenden serviert. Nebst dem Fliegen selbst ist genau ist es genau das, was ich am Fliegen in Interlaken im Lehn so schätze.

Auf diesem Weg nochmals Danke für den Snack und ganz gute Besserung an den verunfallten Piloten.

Da woltte ich eigentlich nicht landen.

Die 3000

Montag, 16. April 2007

Am Osterwochenende war es mir vergönnt bis ganz nach oben zu Steigen. Dieses Wochenende war ich wieder im Fluggebiet Stechelberg. Das ist dort, wo diese Woche der deutsche Kampfjet Visavis in die Felswand gedonnert ist.

Mein Ziel war die Höhenmarke von 3000m zu überwinden und damit das Schilthorn zu Überhöhen.

Beim ersten Flug kämpfte ich und suchte den Anschluss in der Thermik. Leider gelang es mir nicht so richtig und ein Versuch an einer Flanke schlug fehl und ich fand mich nach gut 3/4h Flug wieder im Tal mit festem Boden unter den Füssen.

Egal, ich nahm die Bahn nach oben, stärke mich im Restaurant und startete zu meinem zweiten Flug. Wieder suchte ich den Anschluss an die Thermik und nach etwas suchen fand ich einen Schlauch der mich auf ca. 2500m brachte.
Einige Kreise mehr und ich fand einen weiteren Schlauch der mich auf ca. 2800m brachte und die Bergstation Birg lag unter mir.
Wie von Zauberhand ging es weiter nach oben und oben und oben. Jipiii, das Schilthorn lag unter mir und es eröffnete sich mir ein atemberaubender Blick über die Alpen.
Nach ca. einer Stunde landete ich wieder zufrieden im Tal und mein Vario zeigte mir eine Höhe von 3519m an.
Ein überwltigender Anblick. Die Schweizer Alpen

Ostermontag

Montag, 9. April 2007

Mein zweiter Flugtag an Ostern. Mit Vario und viel Vorfreude ging es mit der Sesselbahn wieder nach oben. Die Obligate Suppe und ein Studium der weiteren Piloten und deren Steigen leiteten mich in die Luft. Unglaublich, mein Vario begann sofort an zu pfeifen und ab nach oben ging es. Dort ein paar Kreise und hier eine Schlaufe dort eine Acht und der Startplatz war überhöt. Birg auf 2677m ü. M. war der nächste Punkt und weiter geht’s nach oben. Das Schilthorn war das nächste Ziel. Leider war das nicht mehr so einfach zu erreichen und meine Finger wurden je länger je mehr sehr kalt. Ich entschloss mich zu einer Landung auf dem Startplatz. Nun die Idee war schnell gedacht nur die Umsetzung klappte nicht. Egal was ich anstellte, ca. 100m – 150m über dem Startplatz war die Thermik einfach zu stark und eine Landung war für mich nicht möglich. Bei einem weiteren Turn geriet ich irgendwie in eine Luftströmung welche unter mir und über mir eine Wolke bildete. Egal was ich tat es ging nur nach oben und das ziemlich heftig. Egal was ich tat es schüttelte mich ziemlich durch und ehrlich, ich hatte eine scheiss Angst und war froh als ich aus dieser Strömung wieder draussen war. Meine Finger wurden kälter und kälter und ich entschied mich zur Landung im Tal. Auf dem Landeplatz angekommen kontrollierte ich mein Vario. 1h35min Flug mit einer max. Höhe von 2836m. Ich war glücklich und zufrieden, abgesehen von meinen kalten Fingern und entschloss mich für dieses Wochenende den Schirm einzupacken.

Ostersonntag

Montag, 9. April 2007

Ostersonntag und ich bin um 11 Uhr mit Thomas in Interlaken am Westbahnhof verabredet. Ziel ist es den Himmel mit unseren Gleitschirmen unsicher zu machen. Die Idee Niederhorn wurde auf Grund der Wetterstation in Schiltgrad, Mürren Unterwald, umgewandelt.

Gedacht getan, oben angekommen brauchte ich erst mal eine Suppe zur Stärkung während sich Thomas sofort in die Luft begab. Über Funk hatte ich eine live Übertragung seines Varios welches nonstop piepse und fröhliches Steigen anzeigte. Gestärk machte auch ich mich in die Luft und konnte sofort die ersten Aufwinde nutzen. Spielerisch überhöhte ich den Startplatz. Alle Versuche noch weiter zu steigen schlugen bei mir allerdings Fehl. Thomas und weiter Piloten mit mehr Erfahrung und einem Vario stiegen, bei mir ging es leider in die andere Richtung. Trotz kämpfen und Hangkratzen war nach einer Stunde Flug der Landeplatz erreicht. Mein Zustand war eher geschüttelt als gerührt denn die Thermik hat mich schön durchgerüttelt. Nach einer Stunde wollte ich aber die Segel oder besser den Gleitschirm noch nicht streichen und nahm die Bahn wieder hoch.

Der Zweite Flug ging erst wieder runter und ich sah mich schon wieder am Boden wollte aber nicht so schnell aufgeben. Meine Soaringerfahrung aus Marokko leitete mich dich an einem Felsgrad entlang welcher von der Sonne angestrahlt wurde. Tataa ich konnte mich halten und stieg sogar wieder. Nach einigen Längen traute ich mich über den Felsen zu drehen und eine Fläche auszunutzen. Wie erhofft ging es über der Fläche nach oben und nach wenigen Minuten hatte ich den Startplatz wieder weit unter mir. Da der Sonnenschein nachgelassen hatte und sich ein grösseres Wolkenband über das Tal schob entschloss ich mich zur Landung. Eine halbe Stunde dauerte der zweite Flug und ich war glücklich. Nur der Absaufer beim ersten bestärke mich darin, dass ich ein Vario will. Zum Glück kennen Fluglehrer keinen Sonntag und ich konnte mir Selbst ein Ostergeschenk kaufen.