Aquarium Fliegen

Schon lange wollte ich mal mit einem Segelflieger in die Luft. Viele Sagen geistern in der Gleitschirmszene um diese „Aquariumflieger“. Alleine die Zahlen sind schon eine ganz andere Welt. Gleitzahl 60 gegenüber von ca. 10 oder Geschwindigkeiten von bis zu 280km/h sind doch eine andere Hausnummer und.

In den Flugferien im Bündnerland ergab sich einmal mehr eine spannende Bekanntschaft. Beat Lüthi der immer mir einem Grinsen im Gesicht und einem Spruch auf den Lippen als Flugschüler unterwegs war, ist Segelfluglehrer. So ergab es sich, dass ich nun Heute wiedererwarten des Wetterberichts um 11:00 auf dem Flugplatz Birrfeld stand.

Wie erwartet nahm mich Beat mit einem Grinsen in empfang. An fliegen war noch nicht zu denken aber die ersten Wolkenlöcher waren bereits sichtbar. So wurde ich kurzerhand zum Helfer der Segelfluggruppe und wir haben einen Segelflieger der zur Wartung musste Auseinander genommen und in den Hangar verschoben. Für mich eine super spannende Sache und mit den Jungs welche dann gleich das Mittagessen spendierten ein super Start.

Das Wetter hat nun def. auf Flug gestellt und so machten wir die Nimbus 4 DM mit der Kennung HB-2372, ein Motorsegler zum Start bereit. Beat erklärte mir die Instrumente und so einiges rund um den Flieger. Es ist schon unglaublich wie einfach so ein Segelflieger aufgebaut ist. Mit einem Rettungsfallschirm umgeschnallt bin ich dann mit einem etwas mulmigen Gefühl eingestiegen. Da die Batterien für den Motor nicht mehr so die neusten waren musste der Flieger noch kurz mit Starhilfe vom Auto überbrückt werden.

Jetzt aber los, voller Schub und der Flieger rollte langsam los und nach einigen Metern hoben wir sanft ab. Kein Vergleich mit der normalen Motorfliegerei. Nach gut 10 – 15min wurde der Motor ausgeschalten und von nun nur noch mit Thermik. Irgendwie ganz anders und doch gleich mit dem Gleitschirmfliegen. Ja viel schneller und mit besserer Gleitzahl. Auf der anderen Seite aber auch ganz ruhig ohne Motorlärm und denselben Herausforderungen, wo geht es hoch wo können wir weiter und ebenfalls denselben Hochs und Tiefs. Vor allem zu beginn war es doch sehr tricky da mit knapp  700m über Grund jetzt nicht soviel Reserve war. So hangelten sich zwei „Thermikschmöker“ von Wolke zu Wolke resp. von Wolkenband. Ich staunte nicht schlecht wo uns Beat da mehrmals wieder ausgegraben hat nur der Atomschlauch hat nicht funktioniert. Je länger der Flug dauerte umso einfacher wurde es. Die Basis war angestiegen und auch die Steigwerte haben zugenommen. So konnten wir von anfänglich 1100müM auf 1400müM aufdrehen. So verlängerten wir unseren Rundflug noch etwas. Es war schon erstaunlich wie schnelle wir Aarau, Olten, Solothurn, Sursee abgeflogen sind. Mal noch schnell an den Hallwilersee und im grossen Bogen wieder zurück.

Selbersteuern durfte ich natürlich auch. Ziemlich schnell musste ich aber feststellen, es ist nicht so einfach wie es sich beim Profi anfühlte. Mal wurde ich zu schnell, mal zu langsam, denn begann der Flieger zu rollen und die Nase nur mit dem Seitenruder dann noch sauber in den Wind zu stellen wollte mir irgendwie nicht so recht gelingen. Irgendwie war en meine Steuerbewegungen immer zu späht, zu hefig oder lösten noch eine Kurve aus anstatt nur den Kurs leicht zu korrigieren. Ebenfalls eine spannende Erfahren war der Versuch zu Kreisen. Das Gewicht welches kontrolliert werden muss ist doch etwas ein anderes als beim Gleitschirm und so ist eine Korrektur der Schräglage nicht einfach mit etwas verschieben des Hinterteils getan. Bevor ich dann durch meine selbst verursachte Schaukelei noch Seekrank wurde habe ich das Steuer zurückgegeben.

So landeten wir  nach einem Flugplatzüberflug nach Lehrbuch Lüthi „Wir stechen mal an, donnern mit ca. 200 Sachen über den Platz, ziehen wieder hoch und gehen nach einer Kurve in den Endanflug“ sanft wieder im Birrfeld.

Mit etwas wackligen Beinen bin ich dann aus dem Flieger geklätert.

Jetzt noch kurz den Post-Flight Check, etwas reinigen und den Flieger wieder einpacken, Feierabend.

Ein Abendessen auf dem Flugplatz rundete den Tag ab.

Herzlichen Danke Beat für den genialen Tag, du kannst dich ruhig fürchten, ich werde wieder kommen 😉

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