Nach drei Wochen WK bin ich Freitag wieder in das zivile Leben eingetreten.
Die drei Wochen waren kurz gesagt eine Katastrophe. In dem Zürcher Revolverblatt mit fünf Buchstaben kann man ja seit einiger Zeit nachlesen was in dem Verein so alles schief geht. Wer nun denkt, dass in dieser Zeitung nur die schlimmsten Fälle also Zusammenfassung publiziert werden, dann war mein WK auch eine Zusammenfassung.
Einrücken in Villneuf bei Montreux. Die ersten 2 Stunden waren echt gut vorbereitet und das Einrücken inkl. Materialfassen funktionierte 1A.
Beziehen der Unterkunft: Ja jetzt ging das Chaos schon los, die Unterkunft war masslos überbelegt und einige Soldaten schliefen auf den Lastwagen. Essen wurde schichtweise ausgegeben wobei man nicht genügen Besteck hatte.
Zählen für Anfänger: Am ersten Abend wurden wir Informiert, dass 70 Soldaten einfach nicht eingerückt sind. Ich war eigentlich ganz froh darüber bedenk man die aktuelle Situation in der Unterkunft. Das Kader war aber durch diesen massiven Unterbestand sehr beunruhigt und flog flux mittels zwei Super Pumas 20 Mann eines anderen WKs ein. Kostenpunkt 80’000 CHF. Am nächsten Tag wurde dann festgestellt, dass man sich anscheinen verzählt hat und gar keine 70 Leute fehlen. Was tun? Ganz einfach, man sendet andere zwanzig Soldaten an den anderen WK zurück. Ich war unter den Glücklichen und verschob so nach Breil/Briegels im tiefsten Bündnerland.
Neuer WK neues Material: Also am Ende der Welt nach 7h Zugfahrt angekommen fassten wir sofort neue Arbeitskleidung. Aus Zeitmangel „Einheitsgrösse“. Die Jacke passte wie angegossen, sieht man mal davon ab, dass die Ärmel kurz nach dem Ellebogen endeten. Mit den Hosen war es in etwa dasselbe allerdings war das Ende nicht beim Ellenbogen sondern bei den Knien. Also das ganze Zeugs am nächsten Tag umgetauscht.
Erste Übung: Die erste Übung fand im Raum Luzern statt. Also die ganze Batterie mit Sack und Pack verschoben und mal schnell drei Tage in der Kälte verbracht. Hier gab es mal nur ein paar kleinere Pannen. Was der eine Instruktor toll fand war für den Andern ein No-Go, zum Essen gab es zweimal Chilli aus der Büchse, zum Kaffe kein Zucker, zum Brot keine Butter etc. Dafür flogen die oberen in zwei Hubschraubern einige male über unseren Radar, vermutlich um Kosten zu sparen.
Zweite Übung: Die zweite Übung war im Raum Lausanne. Also los von Luzern nach Lausanne. Tagwache war um 04:00. Sämtliche Anmerkungen am Vortag, dass dies keinen Sinn mache wurden ignoriert. So stand die Ganze Batterie bereit zur Abfahrt und musste über eine Stunde warten da man ansonsten in die Sperrzeit für militärische Fahrzeuge rund um Bern gekommen wäre. Wie gesagt, sämtliche Hinweisse am Vortag wurden ignoriert.
Ansonsten verlief die Übung zwei mit denselben Einlagen wie Übung eins. Die Küche übertraf sich allerdings mit der Idee Pouletschenkel aus zu geben. Wie zum Geier soll man Pouletschenkel auf dem Notkocher und der Gamelle vernünftig zubereiten.
Materialrückgabe: Ganz zum Schluss hat sich dann das Kader nochmals einen ganz tollen Schildbürgerstreich ausgedacht. Ein Lastwagen voll mit Textilien wurde zur Rückgabe in das Zeughaus Oftringen gesendet. Zusätzlich eine Mannschaft bestehend aus sechs Soldaten. Dort wurde das Material ca. 2h lang abgeladen, gebündelt und geschnürt bis ein Telefonanruf kam. Inhalt des Anrufes, Oftringen ist leider das falsche Zeughaus das Material muss nach Emmen. Also alles wieder aufgeladen um in Emmen nochmals abladen zu können.
Übersprungenes: Die schlechte Stimmung des Kaders, sämtliche Konzeptlosigkeiten und andere Peinlichkeiten wie Sockenkontrollen etc. während des Dienstbetriebes hab ich hier mal weg gelassen.