Wow, was für ein Urlaub. Zwei Wochen Marokko mit der Flugschule Ikarus. Eine bunt gemischte Truppe traf sich sehr früh morgens am Zürcher Flughafen für einen zweiwöchigen Urlaub in Marokko. Nach etwas Stress beim Check-in ging es auch schon bald los mit dem Flieger 4 ½ h Richtung Süden nach Agadir.
Gut in Agadir angekommen wurden die Leute, das Gepäck und die Gleitschirme auf einen Geländewagen und zwei Taxen verteil für eine 2 ½ h fahrt zu unserer Unterkunft dem Adlerhorst Nid Aigle .
Dort angekommen, Häppy hatte schon mal die Bodenfreiheit des Nissan Terrano getestet, wurden die Zimmer bezogen und sofort Schirme ausgelegt. Leider war der Wind etwas knapp und so ging es beinahe nur in eine Richtung und diese war nach unten.
Egal, denn alle waren froh, den ersten Start vom betonierten 20m langen und 15m Breiten Startplatz über die Steilklippe absolviert zu haben. Vor dem Start wurde ein Landeplatz abgemacht, welcher anzufliegen wäre. Ruedi versuchte bis zuletzt noch zu Steigen, was er dann mit einer Aussenlandung beendete. Beim zusammenlegen des Schirms erhielt er unerwartete Hilfe. Ein ca. 40 jähriger Marokkaner mit schiefen Zähnen. Dieser folgte ihm auf seinem Fussmarsch bis zu unserem Landeplatz und half jedem beim falten des Schirms. Anschliessend wollte er für seine Wohltat natürlich ein Trinkgeld und küsste jeden in marokkanischer Manier auf die Backen. Der Küsser, so nannten wir den Gesellen fortan liebevoll, wurde etwas zur Schreckfigur am Landeplatz aber sorgte für viel Unterhaltung und animierte umso mehr, nicht unten landen zu müssen sondern ein Toplanding hinzulegen.
Den die Hilfe des Küssers war nicht wirklich zu gebrauchen und seine aufdringliche Art und die andauernden Versuche des Küssens waren nicht immer das, was man sich erhofft hat.
Während den zwei Wochen hatten wir kein Wind, guten Wind und zuviel Wind. Bei zuviel Wind flog nicht einmal mehr Häppy und wir kuckten zu, wie ein Französischer Flugschüler knapp an einer schweren Verletzung vorbei über den Startplatz gewindet wurde. Allgemein hatten die Franzosen eine eher merkwürdigen Flugstiel. So drehten sie gegen den Hang obwohl sie nicht die erforderliche Höhe hatten und crashten hart mit Rückenwind. Sie landeten in mitten von Kakteen und hatten noch andere Eigenheiten die hier mal aussen vor bleiben.
Bei gutem Wind war das fliegen einfach ein Traum. Es ging nur nach oben bis ca. 250m über Grund und danach Anschluss an Thermik mit bis zu 600m über Grund. Spielen in der Luft war angesagt und wenn es mal runter ging, dann fand man immer wieder dynamische Aufwinde und war im nu wieder oben.
An den Tagen, wo kein richtiges Fliegen möglich war, unternahmen wir Ausflüge, gingen in ein Haman, zum Barber oder genossen einfach einmal die Ruhe abseits vom hektischen Leben in der Schweiz.
Ich könnte hier noch viele Anekdoten, Geschichten und Abenteuer schreiben.
Der Barber besuch, das Haman, der Schwanzlängen Eierstockgrössen Konntest, das Dünenfliegen, den Sand im Schirm und und und. Wer das aber gerne hören will, gewisse bekommen es erzählt obwohl sie gar nicht wollen
, der darf mich gerne auf ein Bier oder ein Abendessen einladen.